8. Jahrestagung der Deutschen Akademie für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V. Samstag, 23. Mai 2009
16.00 – 16.45 Uhr – Saal Stralsund
Kurs-Nr. 31
HPV-Infektion als Risikofaktor für Kopf-Hals-Neoplasien
Kursleiter: M. Hoffmann, Kiel
Humane Papillomviren sind DNA-Viren mit einem 8000 Basenpaar langen Genom. Aufgrund von Sequenzunterschieden sind mehr als 200 HPV-Typen bekannt. Die Viren zeigen unterschiedlich ausgeprägtes onkogenes Potenzial und sind mit der rezidivierenden respiratorischen Papillomatose als auch mit Karzinomen des Kopf-Hals-Bereiches kausal assoziiert.
Epidemiologische Untersuchungen zeigen eine HPV-Prävalenz von ~30% bei Karzinomen aller Kopf-Hals-Regionen und heben Tonsillenkarzinome mit einem HPV-Vorkommen von ~60% als für eine solche Infektion besonders prädestiniert hervor. Patienten mit HPV-infizierten Karzinomen haben bei aggressiverem Erscheinungsbild der Erkrankung mit einer frühzeitigen zervikalen Metastasierung, ein insgesamt vergleichbares, wenn nicht besseres Gesamtüberleben. Dies wird auf ein besonders gutes Ansprechen dieser Karzinome auf eine Radiotherapie zurückgeführt. Von besonderer Bedeutung für die Entstehung HPV-assoziierter Karzinome sind Interaktionen der HPV16-Onkoproteine E6 und E7 mit zwei der Hauptregulatoren des Zellzyklus, dem p53-Protein (p53) und dem Retinoblastomprotein (pRb).
Der Kurs vermittelt epidemiologische und molekularbiologische Grundlagen der HPV-Infektion, gibt hinsichtlich der onkologischen Relevanz der HPV-Infektion einen Überblick über den gegenwärtigen Stand der Wissenschaft und führt in HPV-basierte Therapieansätze und Präventivmaßnahmen (Stichwort Vaccinierung) ein.
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